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Stirnrad-Rechner: Geometrie und Tragfähigkeit

Berechnen Sie die komplette Verzahnungsgeometrie eines außenverzahnten Stirnradpaars (gerad- und schrägverzahnt, Bezugsprofil DIN 867) inklusive Profilverschiebung, Überdeckungsgrad und Unterschnitt-Prüfung – plus Tragfähigkeits-Schnellcheck mit den Sicherheiten SF (Zahnfuß) und SH (Flanke).

Stirnradpaar-Rechner

Verzahnungsgeometrie (αn = 20°, Bezugsprofil DIN 867)

Profilverschiebung:

Radpaar

Achsabstand a
120 mm
Null-Achsabstand ad
120 mm
Stirnmodul mt
3 mm
Betriebseingriffswinkel αwt
20°
Profilüberdeckung εα
1,6708
Sprungüberdeckung εβ
0
Gesamtüberdeckung εγ
1,6708
Übersetzung i
3
Kopfkürzungsfaktor k (Ausweis)
0
Kopfspiel c
0,75 mm

Rad 1

Teilkreis d
60 mm
Grundkreis db
56,3816 mm
Kopfkreis da
66 mm
Fußkreis df
52,5 mm
Wälzkreis dw
60 mm
Profilverschiebung x
0
Ersatzzähnezahl zn
20
Kopfzahndicke san
2,085 mm

Rad 2

Teilkreis d
180 mm
Grundkreis db
169,1447 mm
Kopfkreis da
186 mm
Fußkreis df
172,5 mm
Wälzkreis dw
180 mm
Profilverschiebung x
0
Ersatzzähnezahl zn
60
Kopfzahndicke san
2,357 mm

Skizze: Teilkreise (durchgezogen), Kopfkreise (gestrichelt) und Achsabstand

a = 120 mm

Tragfähigkeits-Schnellcheck (Anlehnung DIN 3990 / ISO 6336, Dauerfestigkeit)

Vereinfachte Methode: YFa/YSa über 30°-Tangente mit Kraftangriff am Zahnkopf und Yε, KV = 1,2 pauschal, KHβ/KFβ nach Qualitätstabelle, KHα = KFα = 1.

Werkstoffwerte sind Richtwerte aus Sekundärliteratur, keine Kurvenwerte nach ISO 6336-5.

Sicherheit Zahnfuß SF – Rad 111 · in Ordnung
Sicherheit Zahnfuß SF – Rad 212,1 · in Ordnung
Sicherheit Flanke SH – Rad 12,46 · in Ordnung
Sicherheit Flanke SH – Rad 22,46 · in Ordnung

Zahnkräfte

Drehmoment T1
49,39 Nm
Umfangskraft Ft
1.646,4 N
Radialkraft Fr
599,3 N
Axialkraft Fa
0 N
Umfangsgeschwindigkeit v
4,56 m/s

Zahnfuß

YFa (Rad 1 / Rad 2)
2,8 / 2,2863
YSa (Rad 1 / Rad 2)
1,5525 / 1,7286
0,6989
1
σF0 (1 / 2)
41,68 / 37,9 N/mm²
σF (1 / 2)
78,16 / 71,05 N/mm²

Flanke

ZH
2,4946
ZE
189,8 √(N/mm²)
0,8811
1
σH0
399,02 N/mm²
σH
598,54 N/mm²

Kraftfaktoren

KA = 1,25 · KV = 1,2 · KHβ = 1,5 · KFβ = 1,25 · KHα = KFα = 1

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Formeln und Grundlagen

Die Geometrie folgt der Evolventen-Grundkette: Aus Normalmodul mn, Zähnezahlen z1/z2 und Schrägungswinkel β ergeben sich Stirnmodul mt = mn/cos β, Teilkreise d = z·mt und Grundkreise db = d·cos αt. Die Profilverschiebungssumme legt über die Evolventenfunktion inv α = tan α − α den Betriebseingriffswinkel αwt fest, daraus folgt der Betriebs-Achsabstand a = ad·cos αt/cos αwt. Im Umkehrmodus bestimmt der Rechner aus einem vorgegebenen Achsabstand die erforderliche Profilverschiebungssumme x1 + x2.

Die Profilüberdeckung εα ist das Verhältnis von Eingriffsstrecke zu Eingriffsteilung und beschreibt, wie viele Zahnpaare im Mittel gleichzeitig tragen. Sie muss größer als 1 sein, üblich sind 1,1 bis 1,9 bei Geradverzahnung. Bei Schrägverzahnung kommt die Sprungüberdeckung εβ = b·sin β/(π·mn) hinzu. Der Rechner prüft außerdem Unterschnitt (Grenzzähnezahl, Mindest-Profilverschiebung), Spitzgrenze der Kopfzahndicke und das Kopfspiel. Die Kopfkreise werden ohne Kopfkürzung ausgegeben, der Kopfkürzungsfaktor k wird separat ausgewiesen.

Der Zahnfuß-Schnellcheck rechnet in Anlehnung an DIN 3990-3 / ISO 6336-3: Die Zahnfuß-Nennspannung σF0 = Ft/(b·mn)·YFa·YSa·Yε·Yβ verwendet den Formfaktor YFa und den Spannungskorrekturfaktor YSa aus dem 30°-Tangenten-Rechenweg der Methode B, angesetzt am Zahnkopf (Methode-C-Variante mit Überdeckungsfaktor Yε). Mit den Kraftfaktoren KA, KV, KFβ und KFα folgt die Sicherheit SF = σFlim·YST/σF mit YST = 2.

Der Flanken-Schnellcheck nach DIN 3990-2 / ISO 6336-2 modelliert die Hertzsche Pressung im Wälzpunkt: σH0 = ZH·ZE·Zε·Zβ·√(Ft/(d1·b)·(u+1)/u) mit Zonenfaktor ZH, Elastizitätsfaktor ZE (aus E-Modul und Querdehnzahl berechnet), Überdeckungsfaktor Zε und Schrägenfaktor Zβ. Die Sicherheit ist SH = σHlim/σH, maßgebend ist der weichere Werkstoff. Der Norm-Schalter berücksichtigt den Definitionsunterschied Zβ = √cos β (DIN 3990) bzw. 1/√cos β (ISO 6336).

Bewusste Vereinfachungen des Schnellchecks: Dynamikfaktor pauschal KV = 1,2 (gültig bis etwa v = 10 m/s), Breitenlastfaktoren KHβ/KFβ aus einer Qualitätsstufen-Tabelle, KHα = KFα = 1, Einzeleingriffsfaktor ZB/D = 1 und Dauerfestigkeit ohne Lebensdauer-, Schmierstoff- und Größenfaktoren. Die Werkstoffwerte σHlim/σFlim sind Richtwerte aus publizierten Streubändern, keine Kurvenwerte nach ISO 6336-5. Für einen dokumentierten Nachweis nach vollständiger Methode B ist die Norm heranzuziehen.

Rechenbeispiel

Referenzbeispiel: Ein geradverzahntes Radpaar mit mn = 3 mm, z1 = 20, z2 = 60 (u = 3), b = 40 mm überträgt P = 7,5 kW bei n1 = 1450 1/min. Daraus folgen T1 = 49,4 Nm, Ft = 1646 N und v = 4,56 m/s. Die Geometrie liefert εα = 1,67; für Rad 1 ergeben sich YFa = 2,80 und YSa = 1,55.

Mit KA = 1,25 (mäßige Stöße), KV = 1,2 und Qualität 7–8 (KHβ = 1,5 / KFβ = 1,25) sowie beiderseits 16MnCr5 einsatzgehärtet (σHlim = 1470, σFlim = 430 N/mm²) folgt: σF = 78 N/mm² und SF = 11,0 am Ritzel, σH = 598 N/mm² und SH = 2,46 an der Flanke. Typisch für einsatzgehärtete Räder ist die Flanke das maßgebende Kriterium, der Zahnfuß hat große Reserven – beide Sicherheiten liegen deutlich über den Mindestwerten.

Häufige Fragen

Was bewirkt die Profilverschiebung?

Die Profilverschiebung x verschiebt das Bezugsprofil radial nach außen (x > 0) oder innen (x < 0). Positive Werte vermeiden Unterschnitt bei kleinen Zähnezahlen, verdicken den Zahnfuß und erlauben es, einen vorgegebenen Achsabstand exakt einzuhalten. Der Rechner bestimmt im Modus „x aus Achsabstand“ die erforderliche Summe x1 + x2 automatisch.

Wann tritt Unterschnitt auf und wie vermeide ich ihn?

Beim Bezugsprofil DIN 867 mit αn = 20° liegt die theoretische Grenzzähnezahl bei etwa 17 Zähnen (praktisch 14). Darunter schneidet das Werkzeug den Zahnfuß an und schwächt ihn. Abhilfe schafft eine positive Profilverschiebung von mindestens xmin = 1 − z·sin²αn/2; der Rechner warnt und nennt den erforderlichen Wert.

Was sagt der Überdeckungsgrad aus?

Die Profilüberdeckung εα gibt an, wie viele Zahnpaare im Mittel gleichzeitig im Eingriff sind. Werte unter 1 bedeuten Eingriffsunterbrechung und sind unzulässig, unter 1,1 wird es kritisch (Geräusch, Stöße). Bei Schrägverzahnung erhöht die Sprungüberdeckung εβ die Laufruhe zusätzlich; die Gesamtüberdeckung ist εγ = εα + εβ.

Wie genau ist der Tragfähigkeits-Schnellcheck?

Die Geometriefaktoren YFa/YSa werden exakt über die 30°-Tangente berechnet, die Kraftfaktoren sind bewusst vereinfacht (KV = 1,2 pauschal, KHβ/KFβ nach Qualitätstabelle, KHα = KFα = 1) und es gilt Dauerfestigkeit. Das Ergebnis eignet sich für Vorauslegung und Plausibilisierung. Für einen belastbaren, dokumentierten Nachweis sind die vollständige Methode B nach DIN 3990 / ISO 6336 und Werkstoffwerte nach ISO 6336-5 erforderlich.

Worin unterscheiden sich DIN 3990 und ISO 6336?

Beide Normen teilen dasselbe Grundkonzept. Praktisch relevant im Rechner ist der Schrägenfaktor der Flanke: DIN 3990 verwendet Zβ = √cos β, ISO 6336 (ab 2006) den Kehrwert 1/√cos β – bei β = 15° immerhin rund 3,5 % Unterschied auf σH0. Weitere Unterschiede (YB, YDT, YNT-Verlauf) betreffen Sonderfälle außerhalb dieses Schnellchecks.

Woher stammen die Werkstoffkennwerte σHlim und σFlim?

Die hinterlegten Werte sind Richtwerte aus publizierten Streubändern der Sekundärliteratur (z. B. 16MnCr5 einsatzgehärtet: σHlim ≈ 1470, σFlim ≈ 430 N/mm²). Die verbindlichen, härte- und qualitätsabhängigen Kurven stehen in ISO 6336-5 bzw. DIN 3990-5 und sind für eine Endauslegung maßgebend.

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