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Zylinderkraft nach ISO 15552 mit Knicknachweis

Legen Sie doppeltwirkende Pneumatik- und Hydraulikzylinder aus: Aus Kolbendurchmesser, Stangendurchmesser, Betriebsdruck und Wirkungsgrad folgen die theoretische und die effektive Druck- und Zugkraft. Der Rechner ermittelt zusätzlich den benötigten Druck für eine geforderte Kraft samt passender Normbaugröße, führt den Euler-Knicknachweis der Kolbenstange für vier Befestigungsarten und berechnet bei Pneumatik den Luftverbrauch je Doppelhub in Normlitern. Die Normreihen nach ISO 15552 (Pneumatik) und ISO 6020-2/6022 (Hydraulik) sind hinterlegt.

Zylinder-Rechner (Pneumatik/Hydraulik)

Medium

Der Wechsel setzt Baugröße, Betriebsdruck und Wirkungsgrad auf medientypische Vorgaben (Pneumatik: Ø63/d20 bei 6 bar, Hydraulik: Ø63/d36 bei 160 bar).

Baugröße und Betriebsdruck

Richtwerte nach Herstellerliteratur: Pneumatik 0,85 … 0,95; Hydraulik kolbenseitig 0,90 … 0,95, konservativ 0,85. Der Druck ist der Überdruck am Manometer.

Sollkraft (optional)

Leer lassen, wenn keine Sollkraft geprüft werden soll. Mit Sollkraft zeigt der Rechner den benötigten Druck, die kleinste ausreichende Normbaugröße und bei Pneumatik den Lastgrad.

Knicknachweis der Kolbenstange

Die freie Länge l ist der Abstand der Anlenkpunkte bei voll ausgefahrener Stange – nicht der Hub. Fall Gelenk/Gelenk ist der Regelfall der Praxis.

Eingefahrenes Anlenkmaß des Zylinders. Mit Angabe liefert der Rechner den maximal zulässigen Hub = l_zul − l_tot.

Üblich sind S_erf = 3,5 bis 5; bei stoßhaftem Betrieb oder Gelenk-Anlenkung eher 5 (Richtwerte nach Herstellerliteratur).

Luftverbrauch (Pneumatik)

Zuschlag für Deckelräume, Schläuche und Verschraubungen; üblich sind 5 bis 10 Prozent.

Modell: doppeltwirkender Zylinder mit einseitiger Kolbenstange, statische Betrachtung. Gegendruck auf der Abluft-/Rücklaufseite ist pauschal im Wirkungsgrad enthalten. Knicknachweis nach Euler mit globaler Sicherheit, konservativ gegen die theoretische Druckkraft; Biegung aus Eigengewicht bei horizontalen Langhubzylindern ist nicht erfasst. Dynamik und Endlagendämpfung sind nicht Teil des Rechners.

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Ergebnisse

Berechnung läuft …

Formeln und Grundlagen

Beim Ausfahren wirkt der Betriebsdruck auf die volle Kolbenfläche A_K = π/4·D², beim Einfahren nur auf die Ringfläche A_R = π/4·(D² − d²), weil die Kolbenstange einen Teil der Fläche belegt. Die theoretische Kraft ist Druck mal Fläche: F_D,th = p·A_K beim Drücken und F_Z,th = p·A_R beim Ziehen, mit 1 bar = 0,1 N/mm². Als Merkregel gilt F in N gleich p in bar mal A in cm² mal 10. Dichtungs- und Führungsreibung erfasst der Wirkungsgrad: F_eff = F_th·η, mit Richtwerten um 0,85 bis 0,95 bei Pneumatik und 0,90 bis 0,95 bei Hydraulik.

Ist eine Sollkraft gefordert, liefert das Umstellen der Kraftformel den benötigten Druck p_erf = F_soll/(A_K·η). Zusätzlich schlägt der Rechner die kleinste Normbaugröße vor, deren effektive Druckkraft die Sollkraft beim eingestellten Betriebsdruck erreicht. Bei Pneumatik bewertet eine Ampel den Lastgrad F_soll/F_D,th: Bis etwa 0,7 bleibt genug Kraftreserve für eine sichere, zügige Bewegung, darüber wird der Zylinder träge – in der Praxis wählt man die Baugröße deshalb 25 bis 50 Prozent größer als rechnerisch nötig.

Die ausgefahrene Kolbenstange ist ein schlanker Druckstab und wird nach Euler auf Knicken geprüft. Der Rechner betrachtet dazu konservativ einen Stab mit Stangendurchmesser über die gesamte freie Länge l zwischen den Anlenkpunkten. Aus der Befestigungsart folgt der Knicklängenbeiwert β (Gelenk/Gelenk: β = 1, der Standardfall; starr mit freiem Ende: β = 2; starr mit gelenkig geführter Last: β = 0,707; beidseitig starr: β = 0,5, wegen Zwangskräften nicht empfohlen). Mit L_k = β·l, dem Trägheitsmoment I = π·d⁴/64 und E = 210 000 N/mm² ergibt sich die Knickkraft F_K = π²·E·I/L_k². Die Sicherheit S = F_K/F wird gegen die theoretische Druckkraft ohne Wirkungsgrad geführt und soll üblicherweise 3,5 bis 5 erreichen. Daraus folgen auch die zulässige freie Länge l_zul und – mit der Totlänge l_tot – der maximal zulässige Hub. Bei Schlankheitsgraden unter etwa 90 gilt Euler nicht mehr uneingeschränkt (Tetmajer-Bereich), der Rechner weist darauf hin.

Der Luftverbrauch eines doppeltwirkenden Pneumatikzylinders folgt aus dem je Doppelhub verschobenen Volumen V_DH = (A_K + A_R)·s. Auf Normzustand umgerechnet wird über das Absolutdruckverhältnis ε = (p + 1,013)/1,013 (isotherme Verdichtung nach Boyle-Mariotte): q_DH = V_DH·ε in Normlitern. Mit der Taktzahl n und einem Schadraum-Zuschlag von üblicherweise 5 bis 10 Prozent für Deckelräume, Schläuche und Verschraubungen ergibt sich der Verbrauch pro Minute Q = q_DH·n·f_S – die Grundlage für die Dimensionierung von Ventilen und Kompressor.

Rechenbeispiel

Ein Pneumatikzylinder der Baugröße Ø63/d20 nach ISO 15552 arbeitet mit 6 bar Überdruck, Wirkungsgrad 0,9. Die Kolbenfläche beträgt A_K = π/4·63² = 3117 mm², die Ringfläche A_R = π/4·(63² − 20²) = 2803 mm². Daraus folgen die theoretische Druckkraft F_D,th = 0,6 N/mm²·3117 mm² = 1870 N und die Zugkraft F_Z,th = 1682 N – genau die Katalogwerte des Herstellers. Effektiv stehen mit η = 0,9 rund 1683 N beim Ausfahren und 1514 N beim Einfahren zur Verfügung.

Knicknachweis: Der Zylinder ist über Gelenkauge und Gelenkkopf angelenkt (Standardfall Gelenk/Gelenk, β = 1), die freie Länge bei voll ausgefahrener Stange beträgt 500 mm. Mit I = π·20⁴/64 = 7854 mm⁴ ergibt sich die Euler-Knickkraft F_K = π²·210 000·7854/500² ≈ 65,1 kN. Gegen die theoretische Druckkraft 1870 N beträgt die Sicherheit S = 34,8 – weit über der geforderten Knicksicherheit 3,5. Umgekehrt gerechnet dürfte die freie Länge bei S = 3,5 bis zu 1577 mm betragen; erst darüber wird die Stange kritisch.

Luftverbrauch: Bei 100 mm Hub verschiebt der Zylinder je Doppelhub V_DH = (3117 + 2803) mm²·100 mm = 0,59 Liter. Mit dem Kompressionsverhältnis ε = (6 + 1,013)/1,013 = 6,92 sind das q_DH = 4,10 Normliter je Doppelhub. Bei 10 Doppelhüben pro Minute und 5 Prozent Schadraum-Zuschlag ergibt sich ein Verbrauch von rund 43 Nl/min.

Häufige Fragen

Warum ist die Einfahrkraft kleiner als die Ausfahrkraft?

Beim Einfahren wirkt der Druck nur auf die Ringfläche A_R = π/4·(D² − d²), weil die Kolbenstange einen Teil der Kolbenfläche belegt. Die Zugkraft ist deshalb um das Flächenverhältnis φ = A_K/A_R kleiner als die Druckkraft – bei üblichen Normpaaren etwa 5 bis 20 Prozent, bei verstärkten Hydraulikstangen deutlich mehr.

Welchen Wirkungsgrad soll ich ansetzen?

Richtwerte nach Herstellerliteratur: Pneumatik 0,85 bis 0,95 (Voreinstellung 0,9), Hydraulik kolbenseitig 0,90 bis 0,95 (Voreinstellung 0,95), stangenseitig eher 0,80 bis 0,90, konservativ rechnen manche Hersteller mit 0,85. Der Wirkungsgrad deckt Dichtungs- und Führungsreibung ab; kleine Zylinder liegen am unteren, große am oberen Rand.

Welche Befestigungsart gehört zu welchem Knicklängenbeiwert?

Gelenkauge oder Schwenkzapfen mit gelenkig geführter Last ist der Standardfall der Praxis (β = 1). Ein starr montierter Zylinder mit frei beweglichem Stangenende ist der ungünstigste Fall (β = 2). Starre Montage mit gelenkig geführter Last ergibt β = 0,707. Beidseitig starr (β = 0,5) wird nicht empfohlen: Fluchtungsfehler erzeugen Zwangskräfte auf Stange und Führung – der Rechner zeigt dafür eine Warnung.

Warum rechnet der Knicknachweis ohne Wirkungsgrad?

Der Nachweis wird konservativ mit der theoretischen Druckkraft geführt. Die Reibung, die der Wirkungsgrad beschreibt, entlastet die Stange nicht, wenn der volle Druck ansteht – etwa beim Fahren auf einen Festanschlag. Zusätzlich konservativ wird die gesamte freie Länge als Stab mit dem Stangendurchmesser betrachtet, obwohl das Zylinderrohr steifer ist.

Was bedeutet der Luftverbrauch in Normlitern?

Die im Zylinder verschobene Druckluft wird auf den Umgebungszustand zurückgerechnet, damit sie mit der Kompressorleistung vergleichbar ist. Umgerechnet wird über das Absolutdruckverhältnis ε = (p + 1,013)/1,013. Manche Kataloge rechnen vereinfacht mit p + 1 bar – der Unterschied liegt bei 6 bar nur um ein Prozent.

Reicht dieser Rechner für die Zylinderauswahl aus?

Für die statische Auslegung von Kraft, Baugröße, Stangenknickung und Luftverbrauch ja. Nicht erfasst sind Dynamik und Endlagendämpfung, Gegendruck auf der Abluftseite (pauschal im Wirkungsgrad enthalten), Biegung horizontaler Langhubzylinder aus Eigengewicht sowie Sonderbauformen wie einfachwirkende oder Teleskopzylinder. Bei Pneumatik hilft die Lastgrad-Ampel: Für zügige Bewegung den Lastgrad unter etwa 0,7 halten.

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