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Härteumrechnung: HV, HB, HRC und Zugfestigkeit

Rechnen Sie Härtewerte für unlegierte und niedriglegierte Stähle gegenseitig um: Vickers HV in Rockwell HRC, HRC in HV, Brinell HB und die aus der Härte abgeschätzte Zugfestigkeit Rm. Geben Sie einen Wert in einer Skala ein, die übrigen folgen aus der Umwertungstabelle der ISO 18265 per Interpolation, live mit jeder Eingabe.

Berechnung

Näherung, nur für unlegierte und niedriglegierte Stähle (ISO 18265, Tab. A.1). Kein Ersatz für den Zugversuch. HRC erst ab ca. 240 HV, HB bis ca. 600 HV, Rm bis ca. 700 HV übertragbar.

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Formeln und Grundlagen

Umwertungstabelle und Interpolation

Grundlage ist eine kuratierte Umwertungstabelle nach ISO 18265, Tabelle A.1 (früher DIN 50150) für unlegierte und niedriglegierte Stähle. Zwischen den publizierten Stützwerten wird linear interpoliert.

Kanonische Achse ist die Vickershärte HV: Eine Eingabe in HB, HRC oder Rm wird zunächst über die inverse Zuordnung auf HV abgebildet, danach werden alle übrigen Skalen aus HV interpoliert. Weil die Zuordnungen streng monoton steigen, ist die Umwertung eindeutig umkehrbar - egal, in welcher Skala man startet.

Härte und Zugfestigkeit

Zwischen Härte und Zugfestigkeit besteht kein physikalisches Gesetz, sondern nur eine empirische Korrelation. Für Stahl liegt die Zugfestigkeit näherungsweise bei Rm ≈ c · HB mit einem Faktor c von etwa 3,3 bis 3,5; als grober Plausibilitäts-Quercheck wird hier zusätzlich ausgewiesen:

Rm ≈ 3,2 · HB

Maßgebend bleibt der interpolierte Tabellenwert. Wichtig: Die Härteskalen messen unterschiedliche Eindringkörper und Prüfkräfte, weshalb die Umwertung immer mit einer Streuung behaftet ist.

Gültigkeitsbereich

Der Gültigkeitsbereich der hinterlegten Tabelle reicht von etwa 80 bis 940 HV. Rockwell HRC ist erst ab rund 240 HV sinnvoll übertragbar (darunter drückt der Diamantkegel zu wenig ein, die Werte streuen stark). Die Brinell-Zuordnung endet bei etwa 600 HV, die Rm-Zuordnung bei etwa 700 HV. Außerhalb dieser Grenzen weist der Rechner die betroffene Größe als nicht definiert aus und blendet einen Gültigkeitshinweis ein.

HV in HRC umrechnen

Vickers HV und Rockwell HRC sind die beiden Skalen, zwischen denen am häufigsten umgerechnet wird. Geben Sie den gemessenen HV-Wert ein, der Rechner liefert HRC, HB und die zugehörige Zugfestigkeit. Unterhalb von rund 240 HV gibt es keinen sinnvollen HRC-Wert mehr, weil das Verfahren dort nicht mehr auflöst - der Rechner gibt dann bewusst nichts aus statt einer Scheingenauigkeit.

HRC in HV umrechnen

Der umgekehrte Weg funktioniert genauso: Aus einer Rockwell-Messung folgen Vickers, Brinell und Rm. Das ist der übliche Fall bei gehärteten und vergüteten Teilen, deren Abnahmeprüfung in HRC angegeben ist, während die Konstruktionsunterlage eine Zugfestigkeit fordert.

Härte in Zugfestigkeit umrechnen

Zwischen Härte und Zugfestigkeit besteht für Stahl ein empirischer Zusammenhang, grob Rm ≈ 3,3 · HV. Die ISO 18265 tabelliert ihn genauer, der Rechner interpoliert zwischen den Stützstellen. Für eine geforderte Mindestzugfestigkeit lässt sich damit umgekehrt die Prüfhärte abschätzen.

Rechenbeispiel

Ein vergüteter Baustahl wird mit 300 HV gemessen. Die 300 HV ist eine hinterlegte Stützstelle: die Umwertung liefert direkt HB = 285, HRC = 29,8 und eine Zugfestigkeit Rm ≈ 965 N/mm². Der Plausibilitäts-Quercheck ergibt Rm ≈ 3,2 · 285 = 912 N/mm² und bestätigt die Größenordnung des Tabellenwerts.

Ein weichgeglühter Stahl liegt bei 150 HV. Hier folgt HB = 143 und Rm ≈ 480 N/mm². Rockwell HRC wird als nicht definiert ausgegeben, weil 150 HV deutlich unter der sinnvollen HRC-Grenze von rund 240 HV liegt - der Rechner blendet dazu einen Hinweis ein.

Umgekehrt funktioniert die Umwertung genauso: Gibt man Rm = 770 N/mm² vor, erhält man rückwärts 240 HV, HB = 228 und HRC = 20,3. So lässt sich aus einer geforderten Mindestzugfestigkeit schnell die zugehörige Prüfhärte abschätzen.

Zwischen den Stützstellen wird linear interpoliert: An einer vergüteten 42CrMo4-Welle werden 32 HRC gemessen. Der Wert liegt zwischen den Stützstellen HRC 29,8 (HV 300, Rm 965 N/mm²) und HRC 35,5 (HV 350, Rm 1125 N/mm²); daraus folgen rund 319 HV und Rm ≈ 1027 N/mm².

Häufige Fragen

Für welche Werkstoffe gilt die Härteumwertung?

Nur für unlegierte und niedriglegierte Stähle nach dem Ansatz von ISO 18265, Tabelle A.1. Für austenitische und nichtrostende Stähle, Gusseisen, Hartmetall oder Nichteisenmetalle gelten eigene Umwertungstabellen oder gar keine - die hier ausgewiesenen Werte sind dafür nicht anwendbar.

Warum ist Rockwell HRC bei niedrigen Härten nicht definiert?

Unterhalb von etwa 240 HV (rund 20 HRC) dringt der Rockwell-Diamantkegel so tief ein, dass die Messung stark streut und nicht mehr zuverlässig auf HV oder HB übertragbar ist. Deshalb beginnt die HRC-Zuordnung in der Norm erst bei rund 20 HRC; darunter gibt der Rechner HRC als nicht definiert aus.

Wie genau ist die Umrechnung von Härte in Zugfestigkeit?

Es handelt sich um eine empirische Korrelation, nicht um ein Naturgesetz. Für Stahl ist die Streuung meist im Bereich weniger Prozent, kann bei abweichendem Gefüge aber größer sein. Die Umwertung ersetzt keinen Zugversuch, taugt aber gut zur Abschätzung und für Plausibilitätskontrollen in der Fertigung und Wareneingangsprüfung. Ist ein Härtewert vertraglich vereinbart oder im Abnahmeprüfzeugnis gefordert, muss er im vereinbarten Verfahren gemessen werden - eine umgewertete Zahl genügt dafür nicht.

Kann ich von Zugfestigkeit oder HRC zurück auf HV rechnen?

Ja. Weil alle Zuordnungen streng monoton steigen, ist die Umwertung in jede Richtung eindeutig. Sie können also ebenso von Rm oder HRC ausgehen und erhalten die zugehörige Vickers- und Brinellhärte. Der Rechner bildet jede Eingabe zunächst auf HV ab und interpoliert von dort.

Warum weichen Umwertungstabellen verschiedener Quellen leicht voneinander ab?

Weil die Zuordnung empirisch ist und von der zugrunde gelegten Prüfnorm, dem Werkstoffkollektiv und der Rundung abhängt. Abweichungen im Bereich weniger Prozent zwischen ISO 18265, älterer DIN 50150 und Herstellertabellen sind normal. Dieser Rechner nutzt gängige publizierte Stützwerte und interpoliert linear dazwischen.

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