Kinematik Studio: Koppelgetriebe berechnen
Berechnung
Am Telefon ist dieser Rechner zum Ansehen gebaut: Getriebe laden, laufen lassen, Werte ablesen. Zum Bauen und zum Ziehen an den Gelenken ist ein größerer Bildschirm deutlich besser.
Bewertung
- Bauart nach Grashof
- Kurbelschwinge
Kennwerte
- Größte Abweichung von der Sollbahn
- keine Sollbahn gezeichnet
- Größte Eindringtiefe in eine Sperrfläche
- keine Sperrfläche gezeichnet
- Kleinster Hemmfaktor r_min (Selbsthemmung)
- kein µ₀ eingetragen
- Größtes Antriebsmoment M_max
- keine Last im Modell
- Größte Gelenkkraft F_max
- keine Last im Modell
- Größte Antriebsleistung P_max
- keine Last im Modell
- Effektivmoment M_eff am Antrieb
- keine Last im Modell
- Größte reduzierte Trägheit J_red,max am Antrieb
- keine Last im Modell
- Kleinste reduzierte Trägheit J_red,min am Antrieb
- keine Last im Modell
- Größte Rüttelkraft F_R,max
- keine Last im Modell
- Bauart nach Grashof
- Kurbelschwinge
- Kürzestes Glied
- Kurbel
- Grashof-Überschuss (s + l) − (p + q)
- −35,0 mm
- Stellung von μ_min (Antriebswinkel)
- 0,0°
- Umkehrlagen des Abtriebsglieds
- 2
- Schwingwinkel des Abtriebsglieds ψ₀
- 48,6°
- Zeitverhältnis Hin- zu Rückgang
- 1,115
- Kleinste Gütekennzahl
- 0,672
Mit dem Werkzeug Sollbahn eine Kurve zeichnen, dann wird die Abweichung gemessen.
Mit dem Werkzeug Sperrfläche einen verbotenen Bereich zeichnen, dann wird geprüft.
Für die Selbsthemmung an einem Gelenk Reibung einschalten und µ₀ eintragen.
Eine Last entsteht aus Masse am Glied, einer Feder oder einer Last aus dem Baukasten.
Ersatzgetriebe nach Roberts: Zwei weitere Viergelenke zeichnen dieselbe Koppelkurve.
Was aufgetragen wird
Größen gleicher Einheit stehen in einem Diagramm, alle an derselben Zeitleiste.
Berechnung im Browser, Eingaben nur beim Export oder Speichern an unseren Server.
Formeln und Grundlagen
Was gerechnet wird
Jedes Glied trägt drei Koordinaten q = (x, y, φ), jedes Gelenk ist eine Gleichung zwischen ihnen. Der Rechner löst alle Gleichungen für jede Stellung des Antriebs neu und rechnet deshalb jede ebene Kette, nicht nur das Viergelenk.
Kurvengelenk, Zahnradpaar, Zahnstange und Malteserkreuz nehmen der Kette je eine Freiheit; das Zahnradpaar folgt VDI 2142 Blatt 2, Gl. (121), mit vorzeichenbehafteten Wälzkreishalbmessern.
Ein Drehantrieb schreibt den Absolutwinkel φ seines Glieds vor, ein Linearantrieb den Kolbenweg eines Zylinders oder den Weg eines Schubgelenks.
Freiheitsgrad nach Grübler
Zwangläufig ist eine Kette, wenn F gleich der Zahl der Antriebe ist; erst dann hat das Gleichungssystem so viele Gleichungen wie Unbekannte. Alle gestellfesten Glieder zählen als ein Glied n, und ein Gelenk zwischen zweien von ihnen zählt nicht als Gelenk.
Newton-Verfahren und Gütekennzahl
Gelöst wird je Stellung, bis der größte Rest unter 10⁻¹⁰ liegt. Die Gütekennzahl, das geometrische Mittel der Singulärwerte der entdimensionierten Jacobi-Matrix, geht in der Totlage gegen null.
Übertragungswinkel und Druckwinkel
Bewertet wird μ_min über den Umlauf gegen den Erfahrungswert 40° bis 50° für langsam laufende Getriebe (Kerle/Pittschellis/Corves, Einführung in die Getriebelehre, 3. Aufl. 2007, Gl. 6.4). Am Kurvengelenk gilt dieselbe Grenze als Druckwinkel.
Kurvenscheibe
Geprüft werden wie im Kurvenscheibenrechner die Krümmung gegen die Rolle, der Fräserradius, der Druckwinkel und die Kontaktkraft, unter der die Rolle abhebt.
Formschlüssig als Nutkurve oder mit Gegenkurve und zweiter Rolle hebt die Rolle nicht ab. Die Gegenkurve ist die Bahn der zweiten Rolle im System der Scheibe über einen Umlauf und wird wie die erste gegen ihre Rolle geprüft.
Bauart nach Grashof
Ist die Bedingung erfüllt, läuft ein Glied voll um: Sitzt das kürzeste am Gestell, ist es eine Kurbelschwinge, ist es das Gestell, eine Doppelkurbel, ist es die Koppel, eine Doppelschwinge. Bei Gleichheit ist das Getriebe durchschlagend, sonst eine Totalschwinge.
Schwingwinkel und Zeitverhältnis
Beide folgen aus den Umkehrlagen des Abtriebsglieds und beziehen sich auf die Zeit. Gleitet der Abtrieb in einer Führung, steht statt des Schwingwinkels der Hub.
Antriebsmoment und Antriebsleistung
Aus Masse, Schwerpunkt und Trägheit der Glieder, der Schwerkraft, den Kraftelementen und den äußeren Lasten folgen über die Kinetostatik das Moment an jedem Antrieb und die Kraft in jedem Gelenk. Die Bewegung bleibt die des Antriebs. An Zahnradpaar und Zahnstange tragen die Lager die Zahnkraft, Umfangskraft F_t und radial F_t·tan α mit dem Eingriffswinkel α (ohne Angabe 20°), am Malteserkreuz im Eingriff die Bolzenkraft.
Servoauslegung und Schwungrad
Bei genau einem Drehantrieb folgen reduzierte Trägheit und Momentanteile aus den Einflusszahlen dq/dφ. Am Motor zählen Übersetzung i, Wirkungsgrad η und Motorträgheit J_M; das Schwungrad nach VDI 2149 Blatt 1 folgt aus dem größten Arbeitsüberschuss.
Eigenfrequenz und Rüttelkraft
Der Antriebsstrang federt mit der Torsionssteifigkeit c, das Getriebe schwingt mit J_red; unter dem Zehnfachen der Taktfrequenz trägt das starre Modell nach VDI 2149 Blatt 1 nicht mehr.
Taktzahl und Gleichlauf
Jede Beschleunigung wächst bei gleicher Bahn mit dem Quadrat der Taktzahl. Im Gleichlauf nach VDI 2740 Blatt 3 läuft der Gliedpunkt längs des Bandes innerhalb der Toleranz t mit der Bandgeschwindigkeit v_B.
Punktführung mit zwei Kurvenscheiben (VDI 2741)
Die Sollbahn läuft zwischen den Stützpunkten geradlinig mit dem Polynom 4-5-6-7. Zwei Kreisschnitte K liefern zu jedem Takt die Hebel des Fünfgelenks; die Rollenmitte R, im System der mit θ = −2π·τ drehenden Scheibe betrachtet, ist ihre Rollenmittenbahn r(u). Sie steht an 360 Stellen fest, dazwischen gilt die Fourierreihe durch diese Stellen. Mit „Scheibe folgt der Bahn“ wird sie nach jeder Änderung neu gerechnet: Die Scheiben fallen aus dem Gleichungssystem, der Punkt steht zur Zeit τ auf seinem Sollort, und der Löser liefert die Lagen, aus denen r(u) folgt.
Federn, Dämpfer und äußere Lasten
Positives S zieht die beiden Anschlüsse zusammen; das Längselement misst F₀ in N, k in N/mm und c in N·s/mm. Der Ruhewert g₀ wird beim Anlegen aus dem gezeichneten Abstand übernommen.
Gelenkreibung
Der Reibkreis folgt Kerle, Einführung in die Getriebelehre, 3. Aufl. 2007, Gl. 5.6 und 5.7; die beiden Kantenkräfte am Schubgelenk zeichnet Hagedorn/Thonfeld/Rankers, Konstruktive Getriebelehre, Tafel 6.1. Ab Werk trägt kein Gelenk eine Reibungszahl µ.
Selbsthemmung nach VDI 2158
κ ist der Anteil der Haftreibung mit µ₀, der das ruhende Getriebe unter der äußeren Last gerade hält.
Momentanpol und Evolute
Die Bahnen des Pols im Gestell und im Glied sind Rast- und Gangpolbahn. Die Evolute ist die Ortslinie der Krümmungsmittelpunkte einer Koppelkurve.
Bewegungsgesetze nach VDI 2143
Dazu kommen die modifizierte Sinuslinie und das modifizierte Beschleunigungstrapez; unterschieden werden die Gesetze über ihre Kennwerte C_v, C_a und C_j.
Malteserkreuz
u ist der Kurbelwinkel. Beim Eintritt des Bolzens springt die Winkelbeschleunigung, das Getriebe ist ruckbehaftet (Scheitenberger, Vorlesung Getriebetechnik, FH Regensburg 2008, Bild 11.2).
Abweichung von der Sollbahn
Die erste Zuordnung vergleicht die Form, die zweite verlangt gleiche Strecke in gleicher Zeit. Gemessen wird auch zwischen den Ecken der Sollbahn und mit mindestens 1800 Schritten je Umlauf.
Ein Getriebe auslegen
Die Verfahren im Blatt Auslegen sind geschlossen lösbar, und zu jeder Auslegung gehört eine Probe aus den fertigen Maßen. Schubkurbel nach VDI 2130, zentrische Kurbelschwinge, Viergelenk über den Relativpol, Winkelfunktionssynthese nach Freudenstein und Relativlagensynthese nach VDI 2121, die die Lagen Bᵢ des Abtriebsgelenks in das System des Antriebsglieds zurückholt:
Quellen: Kerle/Pittschellis/Corves, Aufgabe 6.1 und Aufgabe 6.2; FH Jena, Übungsaufgaben 14 und 18; Freudenstein (1955); Hartenberg/Denavit (1964); Hochschule Regensburg, Bewegungstechnik, Kap. 6.1; VDI 2121.
Vor dem Bauen rechnet das Blatt das ausgelegte Getriebe über den ganzen Lauf, wie danach die Kennwertkarte, und nennt den kleinsten Übertragungswinkel μ, bei Kurvenscheiben den größten Druckwinkel α, der als μ = 90° − α zählt. Ab dem Richtwert 40° gilt das Getriebe als gut, ab 20° als knapp, darunter als schwergängig; dieselben Stufen ordnen die Vorschläge der Lagensynthese und der Bahnsynthese.
Ein Getriebe zur Sollbahn suchen
Die Bahnsuche sucht ein Viergelenk zu einer gezeichneten Sollbahn, mit Differentialevolution nach Storn/Price und dem Simplexverfahren nach Nelder/Mead über acht Mehrstarts, die Startwerte aus einem Koppelkurven-Atlas. Sie findet ein gutes Getriebe, nicht nachweislich das beste.
Am gezeichneten Getriebe verschiebt sie stattdessen die Gelenkorte und Rollenorte, dazu Hub und Grundkreis jeder Scheibe mit Bewegungsplan, gleich welcher Bauart, auf demselben Weg wie die Hand. Sie beginnt beim gezeichneten Getriebe und bei der Auslegung, aus der es stammt, sucht dann grob mit Differentialevolution in einem Kasten nach Getriebegröße und fein mit dem Simplexverfahren nach Nelder/Mead aus den besten Funden. Schlösser bleiben fest. Folgen Scheiben der Bahn, rechnet sie sie an jedem Kandidaten zurück und sucht die größte Reserve aus Druckwinkel, Krümmung und Übertragungswinkel.
Eine neue Schubkurbel sucht sie über neun Größen mit der geschlossenen Lösung der Schubkurbel, wieder mit Differentialevolution und Nelder/Mead über sechs Mehrstarts. Die Koppel ist dabei stets länger als Kurbel und Versatz zusammen, die Kurbel läuft also um.
Was der Rechner nicht rechnet
Die Glieder sind starr und die Gelenke spielfrei, gerechnet wird Kinetostatik und keine Dynamik, und auf Kollision wird nur gegen gezeichnete Sperrflächen geprüft. Festigkeit, Lebensdauer und Eigenfrequenz belegt der Rechner nicht; für eine Welle unter dem Antriebsmoment gilt der Nachweis nach DIN 743.
Rechenbeispiel
Gerechnet wird die Vorlage Viergelenk, mit der die Seite öffnet: Gestell d = 100 mm, Kurbel a = 30 mm, Koppel b = 90 mm, Schwinge c = 75 mm, A₀ = (0 | 0) und B₀ = (100 | 0). Abzählung F = 3·(4 − 1) − 2·4 = 1 bei einem Antrieb, also zwangläufig.
Grashof: s + l = 30 + 100 = 130 mm gegen p + q = 90 + 75 = 165 mm, und das kürzeste Glied sitzt am Gestell. Es ist eine Kurbelschwinge: Die Kurbel läuft voll um, die Schwinge kehrt zweimal je Umlauf um.
Bei 90° Kurbelwinkel liegt A = (0 | 30). Der Schnitt der Kreise um A (90 mm) und um B₀ (75 mm) liefert B = (79,5199 | 72,1496); die Probe ergibt |AB| = 90,000000 mm und |BB₀| = 75,000000 mm.
Über 361 Lagen meldet der Rechner μ_min = 49,2° bei 0° Antriebswinkel, zwei Umkehrlagen, einen Schwingwinkel ψ₀ = 48,6° (geschlossen 48,6052°), das Zeitverhältnis k = 1,115 und die kleinste Gütekennzahl 0,672.
Mit 10 kg an der Kurbel, Schwerpunkt bei (15 | 0) und zugeschalteter Erdbeschleunigung folgt das größte Antriebsmoment 98,1 N · 15 mm = 1.471,5 N·mm, dort, wo die Kurbel waagerecht steht.
Die Vorbelegung im Blatt Auslegen, Schubkurbel nach VDI 2130: s₀ = 100 mm, k = 1,2 und β = 103° ergeben φ₀ = 196,364°, die Kurbel r = 47,101 mm, die Koppel b = 126,947 mm, den Versatz e = −39,152 mm und als kleinsten Übertragungswinkel 47,2°. Das Buchbeispiel Kerle, Aufgabe 6.1 mit k = 2,6 und β = 95° ergibt r = 46,153 mm, b = 55,003 mm und e = −8,816 mm, aber nur 2,0°: der Preis stark ungleicher Hubzeiten.
Rollenhebel an der Kurvenscheibe: Achsabstand 200 mm, Hebel 140 mm, Grundkreis 130 mm. Der Hebel schwingt um 16,4405°, der größte Druckwinkel ist 29,3°, und der kleinste Krümmungshalbmesser der Rollenmittenbahn liegt bei 37,70 mm.
Häufige Fragen
Wie baue ich ein Getriebe?
Die Seite öffnet mit einer laufenden Kurbelschwinge; „Neu“ leert die Fläche, die Bibliothek lädt fertige Getriebe. Im Modus Schnellbau setzt jeder Klick ein Gelenk und verbindet es mit dem vorigen, ein Klick auf den ersten Punkt schließt die Masche; im Modus Einzelteil setzen Sie Glieder, Gelenke, Schlitten, Kurvenscheiben, Zahnräder, Zahnstangen, Malteserkreuze, Zylinder, Federn und Lasten einzeln; für eine Schubkurbel klicken Sie mit „Schlitten“ erst das freie Koppelende und dann den Kurbeldrehpunkt an, und die Führung reicht so weit, wie der Schlitten fahren kann: mit eigenem Antrieb dessen Weg, sonst bis zu den Totlagen. Ein Zug an einem Gelenk ändert die Maße, die danach im Eigenschaftenfeld stehen; „Anderen Zweig zusammenbauen“ wählt die zweite Montagelage. Unter „Bild wählen“ legen Sie eine Skizze oder einen Scan unter die Zeichnung, die Datei verlässt Ihren Rechner nicht. Gerechnet wird jede ebene Kette, sobald sie zwangläufig ist: Markieren Sie das Glied, das stillsteht, und wählen Sie „Gestellfest (G)“, dann das angetriebene Glied mit „Antrieb (A)“.
Gibt es eine kostenlose Software für Koppelgetriebe?
Kinematik Studio läuft kostenlos im Browser, ohne Installation und ohne Anmeldung: Getriebe bauen, als Animation laufen lassen, Kräfte und Kennwerte ansehen und per Link teilen. Kostenpflichtig sind nur die Ausgaben, also Nachweis-PDF, DXF, Wertetabelle, Kurvenkontur und Video.
Lässt sich die Bewegung als Animation ansehen und speichern?
Ja. Das Getriebe läuft auf der Zeichenfläche, auf Wunsch mit Koppelkurve, Spuren und Momentanpol; die Leertaste startet und hält den Lauf. Einen Umlauf speichern Sie als Video im WebM-Format, gleichmäßig getaktet und so geschnitten, dass er sich nahtlos wiederholen lässt. Das Video gehört wie Nachweis und DXF zu den kostenpflichtigen Ausgaben.
Was heißt zwangläufig?
Ein Getriebe ist zwangläufig, wenn sein Freiheitsgrad nach Grübler gleich der Zahl der Antriebe ist; dann legen die Antriebe die Bewegung vollständig fest. Ist er größer, fehlt eine Bindung oder ein Antrieb, und das Getriebe ist offen; beim Bauen ist das der Regelfall. Ist er kleiner, steht eine Bindung oder ein Antrieb zu viel im Modell, und es ist verspannt. Der Chip oben rechts zeigt den Zustand, ein Klick darauf nennt den Handgriff, und die Kennwertkarte nennt lose oder überzählige Teile beim Namen. Hängen Glieder lose, steht dort auch die Abhilfe, am Modell ausprobiert: an welchen Gliedern ein weiterer Antrieb hilft und welche Gelenke, starr gemacht, zwei Glieder zu einem verbinden.
Wie stelle ich den Antrieb ein?
„von φ“ und „bis φ“ sind Absolutwinkel des angetriebenen Glieds gegen die Waagerechte; der Bogen am Drehpunkt zeigt den Bereich. Für Dauerlauf passt das lineare Gesetz, für einen Takt mit Halt das Polynom 3-4-5, die Sinoide bei ruckempfindlichen und die modifizierte Sinuslinie bei momentenbegrenzten Antrieben (VDI 2143). Bewegungsdauer oder Drehzahl legen die Zeitachse fest, daraus folgen Geschwindigkeiten, Beschleunigungen und Momente. Ein Zylinder oder ein angetriebenes Schubgelenk fährt einen Weg statt eines Winkels; seine Stützpunkte lassen sich im Blatt „Bewegungsfunktion“ ziehen.
Was sagen Übertragungswinkel und Bauart nach Grashof?
Der Übertragungswinkel μ misst, wie günstig die Koppel am Abtriebsglied angreift: Bei 90° geht die ganze Kraft in die Bewegung, bei 0° klemmt das Getriebe in der Totlage. Bewertet wird der kleinste Wert über den Umlauf gegen den Erfahrungswert 40° für langsam laufende Getriebe (Kerle). Am Kurvengelenk gilt dieselbe Grenze als Druckwinkel α = 90° − μ. Beim Viergelenk sagt die Bedingung nach Grashof, s + l < p + q, ob eine Kurbel voll umläuft und welche Bauart vorliegt.
Rechnet das Werkzeug Kräfte und Antriebsmoment?
Ja, sobald eine Last im Modell steht: Masse und Trägheit am Glied, die Schwerkraft, eine Feder oder eine äußere Last. Daraus folgen Antriebsmoment, Antriebsleistung und die Kräfte in allen Gelenken über den Umlauf. Die Bewegung bleibt dabei die des Antriebs; Feder und Last ändern die Kräfte, nicht die Kinematik. Über einen Verlauf wirkt eine Last nur in einem Teil des Takts, etwa eine Presskraft. Elastizität und Spiel rechnet das Modell nicht.
Wie lege ich Motor, Schwungrad und Antriebsstrang aus?
Bei genau einem Drehantrieb und einer Last im Modell nennt die Karte das Effektivmoment M_eff über die Bewegungsdauer, die reduzierte Trägheit J_red am Antrieb und die Rüttelkraft auf das Gestell. Unter „Motor und Antriebsstrang“ am Antrieb tragen Sie Übersetzung i, Wirkungsgrad η, Motorträgheit J_M, Nennmoment und Spitzenmoment ein; daraus folgen Motormoment, Effektivmoment am Motor, Motordrehzahl und das Trägheitsverhältnis J_red,max/(i²·J_M). Sitzt der Motor an einem anderen Glied als dem, an dem die Bewegung vorgegeben ist, wählen Sie es unter „Motor sitzt an“; die Tabelle Leitwert/Folgewert für die Steuerung gibt es dann als CSV, je Grad der gleichförmig laufenden Leitachse. Mit einem Ungleichförmigkeitsgrad δ folgt das Schwungrad nach VDI 2149 Blatt 1 aus ΔW_max/(δ·ω²), mit der Torsionssteifigkeit c die Eigenfrequenz f_e = √(c/J_red)/2π; sie soll mindestens das Zehnfache der Taktfrequenz betragen.
Wie prüfe ich Taktzahl und Gleichlauf mit einem Band?
Markieren Sie den Gliedpunkt, an dem das Gut sitzt. Unter „Gut und Band“ begrenzt a_zul die Beschleunigung des Guts, etwa 9,81 m/s² für eine offene Dose; die Karte nennt die größte Beschleunigung am Punkt und die zulässige Taktzahl n_zul = n·√(a_zul/a_max), denn bei gleicher Bahn wächst jede Beschleunigung mit dem Quadrat der Taktzahl. Mit Bandgeschwindigkeit, Richtung und Toleranz sucht der Rechner den längsten Bereich, in dem die Geschwindigkeit des Punkts längs des Bandes innerhalb der Toleranz liegt (Gleichlauf nach VDI 2740 Blatt 3), und nennt seinen Anteil am Takt, den Weg darin und die größte Quergeschwindigkeit. Die Diagramme tragen die Geschwindigkeit längs und quer zum Band, und gestrichelt in der Farbe des Punkts zeichnet die Fläche seine Bahn relativ zum Band, so wie das mitfahrende Gut sie sieht.
Wie gehen Reibung und Selbsthemmung ein?
Reibung wird gerechnet, sobald ein Gelenk eine Reibungszahl µ trägt; ab Werk trägt keines eine. Am Drehgelenk gilt der Reibkreis r_R = r·µ/√(1+µ²) mit dem Zapfenradius r (Kerle, Gl. 5.6 und 5.7), am Schubgelenk zählen µ und die Führungslänge. Trägt ein Gelenk zusätzlich eine Haftreibungszahl µ₀, weist der Rechner die Selbsthemmung nach VDI 2158 nach: Selbsthemmend ist das Getriebe, wenn der Hemmfaktor r in allen Stellungen größer als 1 ist.
Wie vergleiche ich ein Getriebe mit einer Sollbahn?
Zeichnen Sie im Modus Sollbahn die Kurve, die ein Punkt durchlaufen soll. Gemessen wird die größte Abweichung der Bahn eines Gliedpunkts oder Gelenks, wahlweise als reiner Formvergleich (nächster Punkt) oder zeitrichtig (gleiche Bogenlänge). Eine zulässige Abweichung tragen Sie unter „Grenzen“ ein; eine Voreinstellung gibt es nicht, weil sie allein an der Aufgabe hängt. Die Bahnsuche sucht zu einer Sollbahn ein passendes Viergelenk oder eine Schubkurbel oder verbessert das gezeichnete Getriebe, gleich welcher Bauart. Bleibt sie an Ecken weit daneben, bietet sie die Punktführung mit zwei Kurvenscheiben an, die genau durch die Ecken führt.
Kann der Rechner ein Getriebe für mich auslegen?
Ja. Das Blatt „Auslegen“ rechnet geschlossen: Schubkurbel nach VDI 2130, Kurbelschwinge für gleiche Hubzeiten, Viergelenk für ein Übersetzungsverhältnis, Winkelfunktionssynthese nach Freudenstein, Relativlagensynthese nach VDI 2121 für zwei oder drei Lagenzuordnungen mit Kurbel oder Schieber an Antrieb und Abtrieb, angenäherte Geradführung, Rastgetriebe und die Punktführung mit zwei Kurvenscheiben nach VDI 2741: Zu den Stützpunkten einer Bahn und ihren Kurvenwinkeln legt sie ein Fünfgelenk mit zwei Rollenhebeln aus und rechnet beide Scheibenkonturen zurück; Lagerabstand, Lagertiefe, Hebel und Koppel lassen sich vorgeben, leer sucht die Auslegung sie. Zu zwei bis fünf vorgegebenen Lagen einer Ebene liefert die Lagensynthese nach Burmester die Gelenke, zu vorgegebenen Bahnpunkten die Bahnsynthese; beide beginnen im selben Blatt an den Kacheln „Getriebe aus Lagen“ und „Getriebe aus Bahnpunkten“, gezeichnet auch ohne Getriebe (eine Lage mit zwei Klicks für Ort und Richtung, ein Bahnpunkt mit einem) oder mit einem Glied gesetzt, etwa einem Dreieck, dessen Kopie man in jede weitere Lage zieht, und „Getriebe berechnen“ im Feld rechts öffnet die Synthese mit den besten Vorschlägen; unter „Von Hand wählen“ lassen sich die Gelenke wie in der Dreilagenkonstruktion auch auf dem Glied anklicken, und nach dem Bauen zeigt ein Klick auf eine Lage, wie genau das Getriebe sie trifft, und fährt sie an. Die Bahnsuche probiert dagegen: Sie findet ein gutes Viergelenk zu einer gezeichneten Sollbahn, nicht nachweislich das beste, und ihr Lauf ist über den Zufallskeim wiederholbar. Jedes Ergebnis steht danach als gewöhnliches Getriebe auf der Fläche, sein Rechenweg im Nachweis.
Was sind Ersatzgetriebe nach Roberts, und wo finde ich sie?
Zu jedem Viergelenk mit einem Punkt auf der Koppel gibt es zwei weitere Viergelenke, die dieselbe Koppelkurve zeichnen, mit anderen Gliedlängen und einem dritten Gestellpunkt C₀. Sie helfen, wenn das eigene Getriebe nicht in den Bauraum passt oder an eine Sperrfläche stößt. Im Blatt „Auslegen“ rechnet die Kachel „Ersatzgetriebe nach Roberts“ sie aus dem Getriebe auf der Fläche oder aus eingegebenen Maßen; trägt die Koppel einen Gliedpunkt, führen auch die Bewertung und das Eigenschaftenfeld dorthin. Die Vorschau zeigt alle drei Getriebe in eigener Farbe an derselben Kurve, hebt das gewählte hervor und lässt sie gemeinsam laufen. Übernommen wird das gewählte; wer sie angesehen hat, findet sie auch im Nachweis.
Was prüft die Kollisionsprüfung?
Im Modus Sperrfläche zeichnen Sie einen Bereich, durch den kein Glied fahren darf. Geprüft wird jedes bewegliche Glied über den ganzen Umlauf; ausgewiesen werden die erste Berührung und die größte Eindringtiefe. Ein Glied hat dabei keine Breite, geprüft wird seine Mittellinie: Weiten Sie die Fläche um die halbe Gliedbreite auf. Glieder werden nicht gegeneinander geprüft.
Was zeigen Momentanpol, Polbahnen, Spur und Evolute?
Der Momentanpol ist der Punkt, um den sich ein Glied gerade dreht; schiebt das Glied, liegt er im Unendlichen und wird als Richtungsstrich gezeichnet. Rast- und Gangpolbahn sind seine Spur im Gestell und im Glied, die eine rollt auf der anderen ab. Die Spur zeichnet die Bahn eines Gelenks, die Evolute die Krümmungsmittelpunkte einer Koppelkurve; ihr kleinster Krümmungshalbmesser begrenzt etwa eine Rolle, die der Bahn folgen soll. Die Lagenschar überlagert mehrere Stellungen des Umlaufs.
Wozu die Vektorpfeile und ihr Maßstab?
Sie zeigen an einem Gelenk oder Gliedpunkt Geschwindigkeit v, Beschleunigung a und Gelenkkraft F in der gezeigten Stellung. Die Länge folgt aus dem Maßstab unter der Zeichnung, etwa „m_v = 12,5 (mm/s) je mm“; in runden Klammern ist er aus dem Umlauf abgeleitet, ohne Klammern selbst gesetzt. Der Beschleunigungspfeil trägt zwei Striche, und beim Kraftpfeil sitzt die Spitze auf dem Punkt, weil eine Kraft auf ihn wirkt.
Wie messe ich und halte Maße fest?
Im Modus Messen ergeben zwei Klicks auf Gelenke oder Gliedpunkte einen Abstand, drei einen Winkel; der zweite Klick ist der Scheitel. Gemessen wird gegen den Uhrzeigersinn, die andere Klickfolge ergibt den Gegenwinkel. Der Wert folgt der Stellung, der Nachweis nennt dazu den kleinsten und den größten über den Umlauf. Mit dem Schloss neben einer Länge oder einem Winkel im Eigenschaftenfeld bleibt das Maß beim Ziehen fest.
Wie baue ich ein Getriebe mit Kurvenscheibe?
Mit dem Bauteil „Kurve“: Ein Klick in die freie Fläche legt Scheibe, Rollenhebel und Antrieb an, und das Blatt „Bewegungsplan“ öffnet sich. Die Abschnitte müssen 0° bis 360° lückenlos decken, und Hübe und Rückhübe müssen sich ausgleichen. Geprüft werden wie im Kurvenscheibenrechner Druckwinkel, Krümmung gegen die Rolle, Fräserradius und Abheben der Rolle. Unter „Formschluss“ wird sie zur Nutkurve oder bekommt eine Gegenkurve mit zweiter Rolle, und mit „Scheibe folgt der Bahn“ wird ihre Kontur nach jeder Änderung aus der Sollbahn mit Takt neu gerechnet. Die Kontur geht als SolidWorks-Kurve, Excel oder CSV ins CAD; bei zwei Scheiben wählt „Kontur von“, welche, und bei Formschluss „Kontur“ die Außenflanke oder die Gegenkurve.
Wie baue ich Zahnräder, Zahnstange, Malteserkreuz oder Zylinder ein?
Jedes hat ein eigenes Bauteil im Modus Einzelteil, und ein Klick in die freie Fläche legt ein laufendes Getriebe an. Zwei Klicks auf vorhandene Drehachsen setzen ein Zahnradpaar, ein Klick auf die Ritzelachse und einer auf das Trägerglied eine Zahnstange; Halbmesser und Bauart stehen danach im Eigenschaftenfeld. Der Zylinder entsteht aus zwei Klicks, Boden und Kopf, und treibt das Getriebe wie ein Hydraulikzylinder. Die Zahnkraft geht mit Umfangs- und Radialanteil in die Lagerkräfte ein; den Eingriffswinkel, vorbelegt mit 20°, stellt das Eigenschaftenfeld ein.
Was steht im Nachweis, und welche Dateien gibt es?
Das Nachweis-PDF führt das vollständige Modell, die Systemskizze der gezeigten Stellung, Kennwerte, Bewertungen und den Rechenweg samt Modellvorbehalten. Bewertet wird nur gegen Grenzen, die Sie eintragen; den kleinsten Übertragungswinkel prüft der Rechner ab Werk gegen 40°. Dazu gibt es die Zeichnung als DXF, maßstäblich in Millimetern mit eigenen Layern, die Wertetabelle als Excel und CSV, die Kurvenkontur und eine Animation als WebM. Festigkeitsnachweise enthält der Nachweis nicht.
Bleibt mein Getriebe erhalten, und wie teile ich es?
Der Browser sichert das Getriebe laufend, ohne es an uns zu übertragen, und bietet es beim nächsten Öffnen zum Weiterbauen an. „Link kopieren“ legt das ganze Getriebe in eine Adresse, die Sie weitergeben können; „Als Projekt speichern“ legt es in Ihrem Konto ab. Ein Hintergrundbild reist nicht mit, nur seine Lage; der Empfänger wählt dieselbe Datei und bekommt sie an derselben Stelle.
Lässt sich Kinematik Studio ohne Maus bedienen?
Ja. Tab erreicht Werkzeuge, Baum und die Griffe auf der Zeichenfläche; Enter auf einem Griff markiert ihn, Pfeiltasten verschieben ihn, mit Alt in Zehntelschritten. In Schnellbau und Einzelteil führen die Pfeiltasten einen Tastenzeiger, und Enter setzt an seinem Ort wie ein Klick. Entf löscht das Markierte, Strg+Z und Strg+Y nehmen zurück und wiederholen, die Leertaste startet und hält den Lauf.
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